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Fotos von
Astrid & Michael Beyer

Trauminseln: Seychellen

10. - 24. April 1998

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Das Team: Micha, Volker und Helmut (v.l.n.r.)Drei mehr oder weniger verrückte Biologen hatten den Traum, einmal auf einer tropischen Insel in aller Ruhe ihrem Hobby nachzugehen...

Irgendwie ergab es sich wohl nach einer erheblichen Dosis Rotwein, daß wir uns für die Seychellen entschieden. Hervorragende Idee: Wenn man tropische Inseln kennenlernen will, sind die Seychellen wahrscheinlich die beste Wahl. Es gibt weder gesundheitliche Risiken (d.h. keine Impfungen nötig) noch gefährliche oder lästige Tiere. Nicht mal Mücken - auf den Hauptinseln jedenfalls.

Selbst die Kosten waren damals noch erträglich, verglichen mit heute.

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Das Reisebüro "Trauminsel Reisen" aus Herrsching bei München (www.trauminselreisen.de) hat uns zu einem Preis von etwa 2800,- DM pro Person eine maßgeschneiderte Reise auf die beiden Inseln Mahé und Praslin (gesprochen wird Praslin übrigens "Pralin" ohne s, kurzes i, oder in französischer Aussprache) organisiert, mit einfacher, aber völlig ausreichender Bungalow-Übernachtung incl. Frühstück, Transfer und Flügen zwischen den Inseln, sowie mit einem eintägigen Bootsausflug von Praslin zu drei weiteren kleinen Inseln. Trotz unterer Preisklasse war die Betreuung vor Ort durch "Mason's Travel" ausgezeichnet. Vieles haben wir uns natürlich selbst organisiert, so z.B. einen Tag und eine Nacht auf La Digue, der aus vielen Werbespots (Bacardi...) bekannten Insel. Micha nahm auf Mahé an drei Tauchgängen teil, ein recht teures Vergnügen, aber ohne Tauchbasis kommt man leider nicht an Luft und Blei heran. Alles andere hatte er übrigens mitgeschleppt, selbstverständlich auch die Unterwasserkamera der Firma. Satte 46 kg Gepäck! Zum Glück akzeptierten die Fluggesellschaften für Taucher 10 kg extra, der Rest mußte als sogenanntes Handgepäck ungewogen in die Maschine geschmuggelt werden.

Um den Kopf in den Indischen Ozeans zu stecken, genügt eigentlich auch eine normale "ABC-Ausrüstung", also Maske (Taucherbrille), Schnorchel, Flossen. Die Korallen wachsen bis fast an die Oberfläche, da sieht man schon eine Menge. Wenn man keine Flossen benutzt oder bei Ebbe über Steine und Korallenteile stolpert, empfehlen sich unbedingt alte Turnschuhe oder wenigstens Sandalen/Badelatschen; spätestens nach inniger Bekanntschaft mit einem Seeigel geht man nicht mehr freiwillig mit bloßen Füßen ins Wasser. Natürlich gibt es auch schöne weiße Sandstrände, aber die sind für uns Biologen langweilig. Fische gibt's allerdings auch dort zu sehen.

Es war eine ausgesprochene Traumreise, vom ersten gemeinsamen Bier auf dem Frankfurter Flughafen bis zur Heimfahrt. Etwas problematisch war die Getränkeversorgung in den Tropen: Rotwein war kaum zu beschaffen, und wenn, dann zu indiskutablen Preisen. Gleiches gilt für "harte Sachen", falls man das braucht. Bier dagegen gab es überall, zwar relativ teuer, aber gut. Neben Seybrew (280 ml ca. 2,50 DM) stehen EKU (die Stammwürze kommt aus Kulmbach in Bayern!), Guinness und australische Fosters-Dosen zur Auswahl.. Preiswert dagegen "tankten" wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit Coca Cola, Tonic, Fanta usw. Interessant ist übrigens, daß die enormen Flüssigkeitsmengen, die man bei den Temperaturen zu sich nimmt, fast vollständig verdunstet werden.

Unangenehm ist auf den Seychellen lediglich die Sonne. Man kann sich in ganz kurzer Zeit fürchterlich den Pelz verbrennen, besonders im Wasser beim Schnorcheln. Wir hatten glücklicherweise immer ein paar Wolken, manche Tage war sogar ausgesprochenes Mistwetter mit zwei oder drei heftigen Wolkenbrüchen, die aber selten länger als eine halbe Stunde dauerten. Kühler wurde es dabei allerdings kaum, die Temperaturen lagen immer bei mindestens 30 °C, auch nachts. Selbst das Meer bringt keine wesentliche Abkühlung, die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 28°C.

Unser erstes Quartier hieß „Beau Vallon Bungalows“ am Nordwest-Strand von Mahé. Unser gebuchtes „Doppelzimmer mit Zustellbett“ war eine richtige kleine Ferienwohnung mit 2 Doppelbetten, Küche, Kühlschrank, Dusche, Klimaanlage. Frühstück gab's im Kolonialhaus nebenan, und gegenüber fanden wir eine nette Pizzeria, die spontan als Stammlokal festgelegt wurde.

Mahé ist die Hauptinsel, nur dort gibt es einen richtigen Flughafen (mit einer einzigen Piste). Air Seychelles besitzt 2 Boeing‘s und 5 „Inselhüpfer“, Propellermaschinen für 20 Personen, mit denen man z.B. nach Praslin kommt. Ganz kleine Inseln erreicht man nur mit der Fähre oder per Hubschrauber (wenn man das nötige Geld hat). Eine sehr nette Sache ist übrigens, daß man nach einem Langstreckenflug einen 10-15minütigen Helicopterrundflug bekommt, sozusagen als Begrüßungsgeschenk. Phantastisch...

Man muß schon reichlich verrückt sein, wegen einer seltenen Pflanze eine Bergtour durch unwegsamen tropischen Regenwald zu unternehmen - aber immerhin eine endemische, also nur hier vorkommende, fleischfressende Pflanze. Nur 600 m hoch war der Berg, aber komplett zu Fuß von Meeresspiegelhöhe an abgearbeitet - bei ca. 34 °C und 100 % rel. Luftfeuchte ging das hart an die Leistungsgrenze. Nepenthes, die nur auf den Seychellen vorkommende Kannenpflanze Wir haben sie gefunden, die Kannenpflanze Nepenthes, die es weltweit nur auf den Seychellen gibt, und auch da nur auf den Berggipfeln zweier Inseln (seltener geht‘s kaum). Diese Kletterpflanze fängt Insekten in wassergefüllten Kannen an den Blättern und verdaut sie, um zu etwas Stickstoff zu kommen - da oben kriegt sie ja nur Regenwasser (und gelegentlich Schweißtropfen von Biologen). Versteht sich von selbst, daß als Zielprämie für den Finder jede Menge Bier ausgeschrieben war...

Eine andere Rarität ist die Seychellen-Kokospalme, auch Meereskokosnuß (Coco de Mer) genannt. Davon gibt es einen ganzen Naturpark auf Praslin, den „Vallée de Mai“, der letzte Rest des Palmenwaldes, wie es ihn früher auf den Inseln überall gab. Die bis 30 kg schweren Nüsse mit ihrer eigenartigen Form werden in begrenzter Anzahl für 500-800 DM (nö, als Hausbesitzer investiert man das lieber im Baumarkt...) an Touristen verkauft. Normale Kokospalmen gibt es natürlich auch massenhaft, man sollte also aufpassen, wo man parkt.

Apropos Auto: Man kann auf Mahé und Praslin überall preiswert Leihwagen bekommen - wenn man sich den Linksverkehr zutraut. Wir nicht - wir konnten schon im Bus kaum hinschauen.

Unsere Reisebüro-Bootstour führte uns von Praslin zur Vogelschutzinsel Cousin (neben Seeschwalben- auch mit Mückenschwärmen) und zu Mangrovengebieten auf Curieuse Island. Dort laufen auch riesige Landschildkröten herum. Zum Schluß durfte man noch schnorcheln, das Wasser war klar wie ein Bergsee, und alles noch vielfältiger und bunter als in Ufernähe.

Falls ich irgendwann wieder auf die Seychellen komme, würde ich die Insel La Digue wählen. Dort gibt es (fast) keine Autos, man kann sich ein Fahrrad leihen, auf den Ochsenkarren steigen oder die 2 km zur anderen Seite einfach laufen. Der Strand mit den Granitfelsen ist märchenhaft. Auf allen Inseln gibt es schöne Platze, aber auf La Digue ist es überall schön. Es gefiel uns so gut, daß wir die letzte Fähre verpaßten und eine Nacht am Strand unter tropischem Sternenhimmel verbrachten. Schlafen konnte man das nicht gerade nennen, irgendwann erreichte uns die Flut, Krabben liefen über den Körper, die Flughunde kreischten, und das bißchen Rotwein war längst wegtranspiriert. Ein traumhafter Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean mit Felsen- umd Palmenkulisse war das wert.

Ich bin immer noch total begeistert von den Seychellen, ich würde am liebsten sofort wieder hinfliegen. Fehlt nur ein Sponsor... Die zwei Wochen waren viel zu kurz, vor allem zum Tauchen reichte die Zeit nicht. Man ist ja da immer gleich den ganzen Tag unterwegs. Die Ausbeute an Unterwasser-Fotos ist nicht ganz zufriedenstellend, schon deswegen „muß“ ich nochmal hin!

© M. Beyer 2001

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